Dillenburg-Frohnhausen. Auf dem THW-Übungsgelände Frohnhausen, welches vom Technischen Hilfswerk und vom Lahn-Dill-Kreis genutzt wird, haben 99 THW-Einsatzkräfte ihre Leistungskraft im Fachbereich Bergung begutachten lassen. Diese Überprüfung gehört zu den ersten Schritten des THW, um seine Zivilschutzfähigkeit in Deutschland zu stärken.

Neben der Allgemeinen Hilfe bei täglichen Einsatzlagen gehört der Zivilschutz seit 75 Jahren zum gesetzlichen Auftrag des Technischen Hilfswerks. Aufgrund neuer Bedrohungslagen rückt die Zivilschutztüchtigkeit verstärkt in den Mittelpunkt der THW-Arbeit. Ein wichtiger Baustein ist die Ausbildung. Einen ersten Schritt hat das THW mit einer landesweiten Schulung für alle ehrenamtlichen THW-Angehörigen getan, um sie für das Thema Zivilschutz und die aktuellen Herausforderungen zu sensibilisieren. Dem folgt jetzt eine praktische Überprüfung der Einsatzbereitschaft der THW-Einheiten. Daraus werden Strategien für verschiedene Bedrohungsszenarien entwickelt.

Die wichtigste THW-Einheit ist mit dem Gerätekraftwagen die Bergungsgruppe. Diese gibt es bundesweit an jedem der 668 THW-Standorte. Dazu kommen flächendeckend knapp 2000 unterschiedliche Fachgruppen, zum Beispiel mit Spezialisten für Räumarbeiten, Logistik, Elektroversorgung, Brückenbau oder Ölschadensbekämpfung.

Im THW-Regionalbereich Gießen, zuständig für 11 mittelhessische THW-Stützpunkte, machten jetzt die 11 Bergungsgruppen den Auftakt für die Überprüfung der Zivilschutzfähigkeit. Die 99 ehrenamtlichen Einsatzkräfte kamen aus Bad Wildungen, Biedenkopf, Dillenburg, Frankenberg, Gießen, Grünberg, Korbach, Limburg, Marburg, Weilburg und Wetzlar.

Auf dem weitläufigen Gelände in Frohnhausen waren sechs Übungsstationen aufgebaut. Die neunköpfige Bergungsgruppe hatte jeweils 30 Minuten Zeit, die gestellten Aufgaben abzuarbeiten: 

  • Wanddurchbruch mittels Motortrennschleifer oder Bohrhammer
  • Anheben schwerer Lasten zur Personenrettung
  • CBRN-Lage (chemische, biologische, radiologische, nukleare Gefahren) unter Atemschutz bewältigen
  • Person mit Leiterhebel aus erstem Stock eines Gebäudes retten
  • Aufbau und Betrieb von Pumpen und Beleuchtung
  • Montage einer Wandabstützung mit dem Einsatz-Gerüst-System

Neben der fachlichen Kompetenz der einzelnen Helfer hat man auch die Teamfähigkeit der Mannschaft und die Führungsqualität der Gruppenführer geprüft. Das Ganze hatte keinen Wettkampfcharakter, deshalb entfällt eine Platzierung. Stattdessen werden sowohl Stärken als auch Optimierungspotential mit den einzelnen Bergungsgruppen individuell besprochen. Im Übungszentrum Frohnhausen kamen zu den 99 Bergungshelfern noch Übungsleitung, Schiedsrichter und Verpflegungsteam, so dass zusammen gut 120 THW-Einsatzkräfte an dem Leistungstest beteiligt waren.

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